Ein Wochenende in Edinburgh

Ende April hat es mich zum ersten Mal nach Schottland verschlagen. Um genau zu sein in die Hauptstadt Edinburgh. Nachdem ich zigtausende Vlogs und Blogposts gesehen hatte war es für mich also höchste Zeit. Was mir versprochen wurde war: Harry Potter, gutes Essen und eine unglaubliche Architektur. Das würde ich so unterschreiben, allerdings muss ich noch meinen Senf dazu geben – immerhin kann man die Stadt nicht mit drei Stichworten beschreiben und als gesehen bezeichnen.
Die Reise dorthin verlief eigentlich sehr gechillt. Es war aber seit langem das erste Mal, dass ich mich im Flugzeug so richtig gelangweilt habe. Das lag zum einen daran, dass ich alleine dorthin geflogen bin und mich erst in Edinburgh selbst mit meiner Freundin getroffen habe und zum anderen weil ich nicht schlafen konnte und nicht klug genug war, ein Buch mitzunehmen oder einen Film herunterzuladen. Zwei Stunden können also sehr lange sein.
 Untergekommen sind wir im Motel One Princes Street. Das Hotel liegt sehr zentral und wir haben, bis auf den Flughafentransfer, keine öffentlichen Verkehrsmittel benötigt. Das ist nämlich das Ding: seitdem ich in Berlin wohne bin ich es gewohnt, dass eine Map für andere Maßeinheiten steht. Edinburgh ist wirklich relativ übersichtlich und die “Hauptsehenswürdigkeiten” kann man, wenn man sie nicht stundenlang besichtigt, wirklich an einem Tag abklappern.
 
Fangen wir mit dem etwas enttäuschenden Part an: Shopping-Queens werden in Edinburgh nicht so glücklich sein. Im Vergleich zu den anderen britischen Städten die ich kenne, London und Manchester, hat Edinburgh nicht die Vielfalt an Shops zu bieten. Es gibt einige tolle kleine Boutiquen und selbstverständlich auch die Standard-Shops wie Zara, Topshop und H&M, aber umgehauen hat uns nichts. Da kann man seine Zeit dort auch anders nutzen.
 
Viel mehr empfehle ich euch einfach mal darauf loszulaufen. Es gibt so viele kleine Straßen und alles ist verwinkelt und erinnert einen, wer hätte es gedacht, an Harry Potter. J. K. Rowling soll hier in einem Café angefangen haben Harry Potter zu schreiben und es ist auch tatsächlich so, dass das Castle einen schon ein bisschen an Hogwarts erinnert. Falls jemand also Harry Potter Merchandise kaufen möchte ist hier genau am richtigen Ort – egal ob ein Zauberstab, Schoko-Frösche oder ein einfaches Poster – man wird es hier finden.
Eine tolle Aussicht über die Stadt kann man zum einen vom Edinburgh Castle aus haben. Wir sind durch den Park hinauf gelaufen und waren wirklich begeistert. Der Weg sah zum einen viel länger aus als er wirklich war und zum anderen hat man von dort aus eine tolle Sicht bis nach hinten an den Hafen. Der zweite Aussichtspunkt ist Calton Hill. Hier wieder das selbe Spiel: man befürchtet schon eine stundenlange Wanderung wenn man sich den Berg anschaut und nachher hat es vielleicht 15 Minuten gedauert bis wir oben waren. Es ist also tatsächlich alles sehr einfach zu erkunden und auch angenehm für die faulen Menschen unter uns (zählt mich da mit rein).
Eine Sache die es noch gibt wie Sand am Meer sind Pubs. Viele der Pubs haben schon eine langjährige Tradition und bieten die verschiedensten Biersorten an. Wir haben einmal im Pub Guildford Arms Abendgegessen und waren beide sehr begeistert. Der Pub sieht von Innen auch einfach nur mega schön aus und man hat vom Essensbereich einen super Ausblick in die Menge und kann Menschen beobachten. Vom Hotel-Personal wurden uns besonders die Rose Street und die Altstadt ans Herz gelegt – dort soll es die besten Pubs geben.
Wenn wir schon beim Thema Essen sind: es gibt einiges zu probieren. Einen Ausflug in den Supermarkt (Tesco, Sainsbury, M&S Lebensmittelabteilung) hat noch niemandem geschadet. Dort findet man einige Dinge, die es bei uns eben nicht gibt – darunter auch das bekannte Scottish Shortbread. Die Version, die wir gefunden haben, war ganz okay, allerdings ein bisschen trocken für meinen Geschmack. Besonders bei M&S gab es vielerlei verschiedene Varianten vom Scottish Shortbread die sicherlich ein gutes Souvenir sein könnten.
Wer mich kennt, kennt auch meine Liebe für Eis. Marys Milkbar wird auf Instagram richtig gehyped also dachte ich mir: da muss ich auch hin! Der Laden ist wirklich sehr klein, aber süß dekoriert und obwohl man ein bisschen anstehen muss, besonders an sonnigen Tagen, hat es sich gelohnt. Am zweiten Tag mussten wir dort nochmals hin, weil das Eis so gut war. Meine Lieblingssorten waren Salted Caramel und Chocolate Orange – und das heißt wirklich etwas, wenn ich mal Schoko-Eis esse. Pizza gab es auch in Edinburgh und die war auch wirklich gut. Am ersten Abend waren wir bei @Pizza. Es ist sozusagen das Subway-Pizza-Restaurant, weil man den Belag der Pizza selbst auswählen kann. Innerhalb von 90 Sekunden wird die Pizza dann gebacken (dieses Mysterium geht mir immer noch nicht runter) und kann gegessen werden.
Der zweite Pizza-Laden, der immer und immer wieder erwähnt wurde war Civerions. Die Pizzen sind dort wirklich riesig und im nachhinein hätte uns zu zweit locker eine Pizza gereicht. Außerdem finde ich deren Slogan #AntiSocialPizzaClub sehr sympathisch, für alle Menschen eben, die nur Pizza bestellen möchten und keinen bock auf Gesellschaft haben.
 
Für alle die es nach Leith zieht: geht unbedingt bei Mimi’s brunchen! Wir haben uns für den Prenoon-Tea entschieden und die Etagere war mit so vielen Köstlichkeiten gefüllt – wir hätten am liebsten noch eine zweite bestellt. In Leith wurde es plötzlich ganz still, es waren nur noch wenige Touristen zu sehen und man hatte irgendwie das Gefühl im “wahren” Edinburgh angekommen zu sein. Bereits auf dem Weg dorthin sind uns einige tolle Sachen wie Streetart, Restaurants, noch mehr Pubs und Shops über die Quere gekommen.

 

Am letzten Abend als wir über die Rose Street geschlendert sind haben wir folgendes Gedicht auf einem Plakat entdeckt und ich finde es einfach zu schön, um es nicht mit euch zu teilen.
O my Luve is like a red, red rose
   That’s newly sprung in June;
O my Luve is like the melody
   That’s sweetly played in tune.
 
So fair art thou, my bonnie lass,
   So deep in luve am I;
And I will luve thee still, my dear,
   Till a’ the seas gang dry.
 
Till a’ the seas gang dry, my dear,
   And the rocks melt wi’ the sun;
I will love thee still, my dear,
   While the sands o’ life shall run.
 
And fare thee weel, my only luve!
   And fare thee weel awhile!
And I will come again, my luve,
   Though it were ten thousand mile.

 

“A Red, Red Rose” by Robert Burns
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